Die Shop-Suche: Im Gespräch mit Matthias Heimbeck, CEO der FINDOLOGIC GmbH

In unserem Artikel „Die Shop-Suche: 8 wichtige Faktoren für Ihre Shop-Lösung“ sprechen wir u.a. die Autosuggest-Funktion, die Such-Treffer, ihre Sortierung und natürlich die intelligente semantische Suche an.

Welche Aspekte sind aus Ihrer Sicht entscheidend für den erfolgreichen Einsatz einer Site Search in Online Shops?

Grundsätzlich ist es die zentrale Funktion einer Shop-Suche, relevante Treffer anzuzeigen. Und genau da möchte ich gerne einsteigen. Ich bin nicht der Meinung, dass diese Funktion die Wichtigste ist. Das ist eine Voraussetzung, die jede Shop-Suche erfüllen muss! Eine zentrale Rolle spielt auch der Abverkauf, den der Shopbetreiber über die Suche selbst steuern kann. Dadurch werden die Artikel sinnvoll nach oben gebracht, die der Shop auch verkaufen möchte. Man vereint also zwei Dinge: Die Auffindbarkeit der Artikel und die Abverkaufssteuerung.
Das, was Sie in der Einleitung genannt haben, sind ja eigentlich Features einer intelligenten Suche. Das Entscheidende ist, dass diese genau so funktionieren, wie die User sich das erwarten, dass die Conversion Rate steigt. Als Beispiel die Auto Suggest: Die Auto Suggest hat die primäre Aufgabe, dem User eine Orientierung bereitzustellen und Produktvorschläge anzubieten. Das ist etwas anderes, als die angezeigten Suchergebnisse, die erscheinen, wenn ich auf „Enter“ klicke. Das sind zwei völlig verschiedene Sachen: Einmal geht es um eine mögliche Orientierung, wenngleich ich dort auch schon die Chance habe, mögliche Artikel anzuzeigen.

Die intelligente Shop-Suche als Analogie zum Top-Verkäufer

Ich vergleiche die Suche immer mit einem Top-Verkäufer: Stellen Sie sich vor, Sie kommen in ein Ladengeschäft, dann weiß ein guter Verkäufer bereits nach meinen ersten Worten relativ genau, was ich haben möchte und führt mich in den für mich relevanten Bereich seines Shops.

Autocomplete:

Die Autocomplete ist dem Verkäufer im Ladengeschäft hier schon einen Schritt voraus: mit wenigen Buchstaben, etwa durch die Eingabe eines „sch“, kann ich dem Webshop eine Orientierung geben, obwohl ich die Bedeutung oft noch gar nicht kenne. Derartige Features wie die Autosuggest erfüllen genau ihren Zweck, unterscheiden sich aber von einer semantischen Suche.

Semantische Suche:

Bei einer semantischen Suche geht es darum, den Sinn einer Eingabe richtig zu interpretieren, weil ich dadurch weiß, was damit gemeint ist. Der Nutzer des Onlineshops hat in diesem Fall schon eine spezifische Angabe zu seinem Produktwunsch gemacht wie zum Beispiel mit der Eingabe „Pullover“ oder „Sneakers von Nike“. Das heißt, ich kenne seine Absicht bereits und muss jetzt überprüfen, dass ich diese Bedeutung auf das beziehe, was der Shopbetreiber in seinem Shop an Produkten hinterlegt hat.

Beispiel: Damenlederhandtasche

Ich mache das immer ganz gerne am Beispiel „Damenledertasche“ fest. Bei vielen Onlineshops, nehmen wir beispielsweise die Anbieter von Taschen, findet man durch die Eingabe des Wortes „Damenlederhandtasche“ kein oder nur wenige Produkte. Was man aber findet, sind Artikelbezeichnungen wie z.B. „Umhängetasche von Gucci“ oder die Beschreibung „Material aus Leder“, die dann sicherlich der Kategorie „Für Damen“ zugeordnet sind. Das heißt, es gibt eine große Diskrepanz zu dem, was die Leute eingeben, und dem, was im Shop an Daten wirklich hinterlegt ist. Und genau diese Zuordnung kann durch die Integration einer intelligenten Suchlösung sichergestellt werden.

Semantische Suche vs. Autocomplete am Beispiel von Google

Sie kennen sicherlich die Suche von Google: Wenn man etwas eintippt, kommen Vorschläge für Begriffe und bei der Enter-Bestätigung kommen Websites. Auch hier zeigt sich, wie unterschiedlich die beiden Funktionen von Auto Suggest und eigentlicher Suche sind. Natürlich ist Google kein Shop, aber an diesem Extrem kann man den Unterschied ganz gut nachvollziehen.

Autocomplete: Weit mehr als die ganze Suche in einem kleinen Popup-Fenster

Es gibt z.B. Plugins, die versuchen, die ganze Suche in einer Autocomplete darzustellen. Das ist aber ein Riesenproblem, weil ich an dieser Stelle die Orientierung wegnehme und versuche, direkt Produkte zu liefern. Das kann unter Umständen sinnvoll sein, je nach Shop und Sortiment, aber in erster Linie ist die Funktion der Autocomplete an dieser Stelle nicht richtig erfüllt. Der Shopbetreiber hat mit der Suchlösung von FINDOLOGIC natürlich die Möglichkeit, die Vorschläge in Form  einer echten Orientierung zu nutzen, kann aber auch echte Produkte mit anzeigen lassen. So kann er ebenfalls saisonale Vorschläge mit einfließen lassen wie z.B. im Winter mit der Eingabe von „pul“ etwa Angebote von Winterpullover angezeigt werden. Mit drei Buchstaben habe ich hier schon eine optimale Orientierung geschaffen und der Kunde sieht sofort, dass es schon Winterpullover im Angebot gibt. Darüberhinaus gibt es auch wesentlich mehr Möglichkeiten, ganz unterschiedliche Aspekte mithilfe der Shop-Suche umzusetzen.

Welchen Anteil am Erfolg oder Misserfolg einer Such-Lösung hat der Shop-Betreiber selbst?

Bereits mit den Standard-Einstellungen lässt sich die Conversion-Rate über die Suchfunktion deutlich verbessern und damit sehr häufig eine Steigerung von 1,5% auf fast 10% erreichen. Immer mehr Shopbetreiber werden sich dessen bewusst, dass sie auch mit individuellen Einstellungen viel bewirken können. Zu diesem Bewusstsein tragen selbstverständlich auch unsere Schulungen wie die Partner-Akademie oder die OnSite-Suchexperten Zertifizierung bei. Hier werden insbesondere die Einstellungen von Filtern, Promotion- und Pushregeln angesprochen.

Woher weiß ein Shopbetreiber, an welchen Stellen er die Shop-Suche noch optimieren kann?

Man kann FINDOLOGIC vollständig konfigurieren, wenn der Kunde das wünscht, eben ob man Vorschläge nimmt, ob man Promotions mit aufnimmt, ob man Kategorien mit aufnimmt… Also da gibt es eine Standardeinstellung, in der das Meiste maximiert ist, und dann kann der Kunde sich das alles anpassen.

Und wie viel Know-How muss er dafür haben?

Zunächst hat FINDOLOGIC ein erhebliches Augenmerk darauf gelegt, dass der Kunde seinen Account äußert einfach bedienen und jeder die komplizierten Suchregeln mit wenigen Klicks selbst einstellen kann. Wenn ich z.B. Artikel pushen möchte, kann ich bei der Einstellung „Pushen von Artikeln“ mit wenigen Klicks z.B. alle Schuhe des Herstellers Nike, die sich gerade in einer Aktion befinden, nach oben pushen.

Daneben gibt es ein „Schulungsangebot“, das sog. STRAIGHT2SUCCESS-Paket, das man sich für 399 € hinzubuchen kann. Auch im laufenden Betrieb haben wir sehr viel Wert auf Service gelegt. Hier gibt es das Angebot des FINETUNING, durch das nach individuellen Kundenwünschen die Shop-Suche optimiert wird. Es gibt auch die Möglichkeit an unseren Webinaren zu bestimmten Themenbereichen teilzunehmen oder sich zum OnSite-Suchexperten zertifizieren zu lassen. In Online-Sessions vermitteln unsere Experten hier detailliertes Wissen über das Potential der Shop-Suche und gehen auf individuelle Fragen ausführlich ein.

Rechnet sich der Einsatz einer Shop-Suche, wie Sie sie anbieten ausschließlich für große Shops, oder sollten auch kleine Shops auf eine intelligente Suche setzen?

Der Einsatz von FINDOLOGIC macht bereits bei Shops mit etwa 1000 Anfragen pro Monat Sinn, wobei es hier sicherlich weniger um die Conversion-Rate geht, als vielmehr um die Usability, den Kunden einen Service anzubieten. Im Bereich der mittleren und großen Shops ist FINDOLOGIC sehr gut geeignet und entfaltet dort sicherlich sein ganzes Potential. Mit FINDOLOGIC sind Umsatzsteigerungen von weit über 25% belegt.

Lassen sich die Produkte von FINDOLOGIC in jedes Shopsystem wie etwa Magento, OXID oder Shopware, integrieren? Wie sieht es mit Eigenentwicklungen aus?

FINDOLOGIC kann prinzipiell in alle gängigen Shopsysteme wie OXID, Magento, Shopware und viele andere ganz einfach per Plug & Play integriert werden. Dank der revolutionären Technologie ist unsere intelligente Suchlösung sprachen- und systemunabhängig und kann überall eingebunden werden. Für Kunden mit höheren Ansprüchen bietet FINDOLOGIC individuelle Lösungen an, die sich nach den Kundeninteressen ausrichten.

Wenn Sie Ihre Produkte mit anderen Such-Lösungen vergleichen: Worin sehen Sie die besonderen Stärken von FINDOLOGIC?

FINDOLOGIC setzt ein neues und intuitives Verfahren ein, dass die Suche nicht über Gewichtungen abbildet, sondern über Verhaltensschichten. Man kann es auch als situatives Regelwerk verstehen, in dem unterschiedliche Regeln z.B. nach Produktgruppen selektiv angewendet werden. Die Suche ist auf einfache Nutzbarkeit ausgerichtet, und somit auf eine hohe Usability, ist preisgünstig (ab 30 € im Monat) und in nur 20 Minuten im Shop installiert.  Qualität bedeutet für uns, dass wir nur das einsetzen, was wirklich Conversion für den Shopbetreiber bringt. Genau das unterscheidet uns von anderen Suchlösungen für Online-Shops.

  • Mit dem Einsatz einer intelligenten Suchlösung, muss auch entsprechend auf den Kunden eingegangen werden. Wie Sie das erreichen können? Erfahren Sie mehr zum Thema „Verkauf 3.0“ und unterschiedlichen Beratungsformen und Kundentypen in anschließendem Artikel http://bit.ly/1DxGIpG!