Der Pinguin von Google: Happy Feet oder doch Kalte Füße?

Wie ohnehin bei jeder neuen Version der eigenen Online-Präsenz, so zittert ein jeder Webmaster ob der veränderten Ergebnisse in den Google Suchergebnissen. Doch dieses Mal war es schlimmer, viel schlimmer.
Unweigerlich musste man sich die Frage stellen: Habe ich Angst vor einem Pinguin?

Der Hintergrund:

Google verändert den eigenen Suchalgorithmus ständig, um den Nutzern der Suchmaschinen immer bessere Ergebnisse zu liefern. In den letzen Wochen gab es mal wieder ein Update von Google, dass nach dem Panda-Update wieder einen Tiernamen trug: Pinguin. Fakt ist, dass der kleine Kerl so einigen gestandenen Websites ein Beinchen gestellt und förmlich in die Knie gezwungen hat. Es ist für einige Suchmaschinenoptimierer wohl so schlimm, dass auf Selbstständig machen gefragt wird: Zerstört das Google-Update Existenzen? Ein O-Ton von einem Suchmaschinenoptimierer lautet z.B.: Das ist solch eine Katastrophe – ich muss leider sagen “Jetzt bin ich erledigt!“ (gefunden auf SEO United)

Ich bin froh, bei meinen Seiten keine negativen Auswirkungen gespürt zu haben, im Gegenteil. Und dass, obwohl ich ganz sicher auch nicht alles richtig mache. Natürlich kümmere ich mich um typische SEO-Aspekte, wie etwa um Keywords (z.B. Marketing, Webdesign oder Suchmaschinenoptimierung), um interne Verlinkung, Überschriften etc.; ich versuche aber, dabei stets hochwertige Inhalte zu erstellen. Ich achte darauf, dass sich eine Website gut bedienen lässt (Usability), dass sie optisch ansprechend ist, und natürlich, dass Nutzer finden, wonach sie suchen. Aber: Suchmaschinenoptimierung gehört auch nicht zu meiner Hauptbeschäftigung, ich betrachte sie eher als einen, wenn auch wichtigen Aspekt unter vielen weiteren.

Suchmaschinenoptimierung wird immer weniger mit Suchmaschinenoptimierung zu tun haben

Aktuell wird versucht, an den unterschiedlichsten Stellen auszuwerten, worauf Google mit dem Pinguin-Update verstärkt wert legt, und was künftig abgestraft wird. Erste brauchbare Ergebnisse liefert die Pinguinjagt (mehr auf www.pinguinjagd.de), an deren Umfrage Sie auch hier teilnehmen können:

Umfrage gestartet von PinguinJagd.de

M.E. (und teilweise weisen die Ergebnisse der Pinguinjagt ebenfalls darauf hin) sind folgende Faktoren in Zukunft wichtiger denn je.

  • Hochwertige Inhalte, allein schon weil sie die Verweildauer und das Klickverhalten auf der Website positiv beeinflussen (und damit die Absprungrate reduzieren) und im Idealfall natürlich für freiwillige Verlinkungen auf die eigene Website sorgen.
  • Natürliche Backlinks, die NICHT immer ein und dasselbe Keyword verwenden, sondern Synonyme, die eigene Url und durchaus auch Platzhalter wie „hier“ als Linktext aufweisen. Wer diese Mischung erreichen will, muss in Zukunft immer häufiger selbst mischen, heißt Hand anlegen, und darf sich nicht auf automatische Links verlassen.
  • Hohe Aktivität, etwa in sozialen Netzwerken wie Facebook und vor allem Google Plus, aber auch Kreativität (etwa durch Linkbaits). Doch allein ein interessantes Blog zu erstellen und zu betreiben, dürfte vielen Unternehmen ebenso zu aufwändig sein, wie die regelmäßige Aktivität in andern Medien wie Facebook.
  • Dort verlinkt werden, wo die Zielgruppe bereits ist (Google)

Das ist nichts Neues, schon tausendfach geschrieben und gesagt, aber oftmals eben nicht konsequent umgesetzt. Natürlich auch deshalb, weil diese saubere Form der Suchmaschinenoptimierung einen langen Atem erfordert, frustrierend ist, Nerven kostet, meist auch Geld, und in der Regel nicht ohne Rückschläge machbar ist.

Ich meine aber nicht, dass Aussagen wie „Selber schuld“, die an zahlreichen Stellen geäußert werden, hilfreich sind. Denn ganz ehrlich: Wäre es so simpel, würden sich nicht die unterschiedlichsten Menschen mit der Analyse und Auswertung des kleinen Pinguins von Google beschäftigen. Stillhalten oder ‚Kalte Füßen kriegen“ ist auch die falsche Antwort. Bange machen gilt nicht. Wir dürfen uns einfach nicht von dem kleinen Pinguin auf dem Kopf herumtanzen lassen, sondern müssen in die Hände spucken und härter arbeiten als jemals zuvor. Äh, viel Spaß!